Mit uns wurde München olympiareif

Am 28. April 1972 war es soweit: Rechtzeitig zu Beginn der XX. Olympiade nahm die S-Bahn München mit 11 Linien ihren Fahrbetrieb auf.

Begonnen hatte der Bau eines Schnellbahnnetzes in München bereits Jahrzehnte vorher. Am 22. Mai 1938 wurde der erste Spatenstich für die Bauarbeiten gesetzt, die allerdings wenig später kriegsbedingt eingestellt wurden.

1965 schlossen Bund, Freistaat, die Landeshauptstadt München und die damalige Deutsche Bundesbahn einen Vertrag über den Bau der Münchner S-Bahn.

Als im April 1966 München den Zuschlag für die Olympischen Spiele 1972 erhielt, konnten Planung und Bau mit Hochdruck vorangetrieben werden. Große Herausforderung war der Bau der 4,2 km langen Stammstrecke quer durch die Münchner City, die auch heute noch das Herzstück des Münchner S-Bahn-Systems ist.

Neben der Untertunnelung der Münchner Innenstadt musste die gesamte Infrastruktur ausgebaut werden. Alle Baumaßnahmen fanden unter extremem Zeitdruck statt, denn das Münchner S-Bahnsystem sollte pünktlich zur Eröffnung der Olympischen Spiele in Betrieb gehen.

Seither fahren auf der Stammstrecke zwischen Ostbahnhof und Pasing in der Hauptverkehrszeit bis zu 30 Züge pro Richtung und Stunde. Auf keiner Eisenbahnstrecke in Europa gibt es eine höhere Zugdichte.